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Bilderberg 2013 in England, Watford – Treffen der reichsten und einflußreichsten Menschen

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Wenn du einen Ort aussuchen müßtest, wo dieses Jahr das mächtigste politische Gipfeltreffen stattfindet, gäbe es nur eine Wahl: Watford.
Ich glaube, die Seychellen waren ausgebucht.
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Am Donnerstag Nachmittag wird eine Mischung aus führenden Politikern, Bankbossen, Milliardären, Führungskräften und Angehörigen von europäischen Königshäusern nördlich von Watford die elegante Auffahrt des Grove Hotel passieren, um eine jährlich stattfindende sog. „Bilderberg-Konferenz“ zu beginnen.

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Es ist ein merkwürdiges Spektakel, eine Art Naturwunder, und das aufregendste Ereignis in Watford seit der Kreisverkehr der A412 eine Ampel bekam. Die Gegend rund um das Hotel ist abgeriegelt. Einheimische müssen ihre Pässe vorweisen, um in ihre Heime zu gelangen. Es ist auch aufregend für die Delegierten: Der Vorstand von Royal Dutch Shell wird aus seiner Limousine hüpfen, erfreut drei solide Tage politische Gespräche mit einer Führungskraft der HSBC (1), dem Präsidenten von Dow Chemical (2) und mit seinen favourisierten europäischen Finanzministern und US-Geheimdienstchefs führen zu können.

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Diese Konferenz, die seit 1954 gehalten wird, ist das jährliche Highlight der Reichen. Nur 1976 fiel sie aus, da herausgekommen war, dass Prinz Bernhard aus den Niederlanden (3) Bestechungsgelder von Lockheed Martin angenommen hatte.
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Es mag seltsam erscheinen, dass, während ein Lobbyskandal an die Öffentlichkeit kommt und Stimmen laut werden, die ein Lobbyisten-Register (4) fordern, ein Haufen von Senior-Politikern sich für drei Tage mit Vorstandschefs von Hedgefonds, Technologie-Unternehmen und riesigen multinationalen Holdinggesellschaften in luxuriöser Privatsphäre verkriecht – ohne dass die Massenmedien darüber berichten.
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Dies widerspreche der öffentlichen Zusage von größtmöglicher Transparenz von George Osborne aus dem Jahr 2010, sagte der Abgeordnete Michael Meacher. Meacher beschreibt die Konferenz als „eine anti-demokratische Kabale der Führer des westlichen kapitalistischen Marktes, ein privates Treffen, um ihre Macht und ihren Einfluss außer Reichweite der öffentlichen Kontrolle zu halten.“
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Aber um fair zu sein, ist öffentliche Kontrolle wirklich nötig, wenn unsere Politiker mit so vielen verantwortlichen Mitgliedern des internationalen beratenden Gremiums von JP Morgan (5) so sicher versteckt sind ? Es ist immerhin der Chef-Manager von BP da, der dafür sorgt, dass es nicht über Gebühr zu Lobbyarbeit kommt. Und wenn er einmal nicht im Raum ist, um ein Auge darauf zu werfen, dann ist da wenigstens noch der Vorsitzende von Novartis, Zurich Insurance, Fiat oder Goldman Sachs.
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Dieses Jahr wird es wesentlich mehr „öffentliche Kontrolle“ von Bilderberg geben. Durch Druck von Journalisten und Aktivisten gab es Zugeständnisse vom Veranstaltungsort: Zum ersten Mal seit 59 Jahren wird es eine inoffizielle Pressestelle bestehend aus Freiwilligen auf dem Gelände geben. Mehrere tausend Aktivisten und Blogger werden erwartet, außerdem Fotographen und Journalisten aus der ganzen Welt.
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Im Jahr 2009 gab es kaum ein Dutzend Zeugen, die von der plumpen griechischen Polizei schikaniert und verhaftet worden waren. In diesem Jahr gibt es eine Pressezone, Polizeiverbindungen, tragbare Toiletten, eine Snackbude, eine Sprecherecke – alles Zutaten eines anderen „Bilderberg“. Ein „Festivalgefühl“ wird versprochen. Wenn du besorgt darüber bist, dass Lobbyarbeit nicht transparent ist, ist Watford nächstes Wochenende der richtige Ort für dich. Ob die Delegierten in Verbindung treten mit der Presse und der Öffentlichkeit, bleibt abzuwarten. Vergiss nicht, dass sie alle Hände voll damit zu tun haben, gute Arbeit für Bilderberg zu leisten.
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Die Konferenz wird als eine Wohltätigkeitsveranstaltung geführt. Wenn du dich fragst, wer die gigantische Konferenz und die Sicherheitsvorkehrungen bezahlt, erhältst du eine Antwort von einer pdf-Datei, die von Anonymous verbreitet wurde. Diese zeigt, dass die Bilderbergkonferenz in Großbritannien von einer offiziell registrierten Wohltätigkeitsorganisation bezahlt wird, der Bilderbergvereinigung (Wohltätigkeitsorganisationsnummer: 272706).
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Nach den Buchhaltungsunterlagen der Kommission dieser Wohltätigkeitsorganisation übernimmt diese Vereinigung die „erwähnenswerten Kosten“ der Konferenz, wenn sie in Großbritannien stattfindet, die Bewirtungs- und Reisekosten einiger Delegierter beinhalten. Vermutlich finanziert diese Wohltätigkeitsorganisation auch die erheblichen Kosten des G4 Sicherheitsvertrages. Glücklicherweise erhält die Wohltätigkeitsorganisation regulär fünfstellige Summen von zwei freundlichen Unterstützern deren wohlwollender Ziele: Goldman Sachs und BP. Eine pdf-Dokumentation aus dem Jahr 2008 beweist dies, danach hat die Wohltätigkeitsorganisation Spendernamen aus der Buchführung weggelassen.
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Das Ziel der Wohltätigkeitsorganisation ist „öffentliche Erziehung“. Wie soll diese Erziehung der Öffentlichkeit vonstatten gehen ? – Durch ein internationales Steuerungskommitee, das Konferenzen und Treffen in Großbritannien und woanders organisieren und deren Ergebnisse veröffentlichen würde.
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In Wirklichkeit würden die Ergebnisse jedoch resolut von der Öffentlichkeit und der Presse ferngehalten werden.
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Die Wohltätigkeitsorganisation wird von drei Treuhändern überwacht (pdf): dem Abgeordneten Kenneth Clarke, einem Teilnehmer des Lenkungskommitees der Bilderbergkonferenz und dienendem Minister, Lord Kerr von Kinlochard and Marcus Agius, einem ehemaligen Vorsitzenden von Barclays, der wegen des Liborskandals zurücktrat.
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Der Labour-Abgeordnete Tom Watson bemerkt: Wenn die Vorwürfe wahr sind, dass ein Kabinettsminister im Verwaltungsrat dieser Wohltätigkeitsorganisation sitzt, die diskret eine geheime Konferenz von „Eliten“ finanziert, dann hoffe ich, dass der Premierminister informiert wurde. Es war David Cameron, der ein neues Zeitalter der Transparenz angekündigt hatte. Ich hoffe, dass er Kenneth Clarke dazu aufgefordert hat, sich in Zukunft an diese Prinzipien zu halten. Wenigstens George Osborne und Clarke könnten erwägen, an dem ministeriellen Kodex festzuhalten, wenn die Bilderberg-Konferenz beginnt, und eine Liste über Treffen von Eigentümern, Herausgebern und leitenden Führungskräften der Massenmedien veröffentlichen, was sie in der Vergangenheit versäumt hatten. Natürlich wäre es möglich, dass, wenn der Lobbying-Skandal in vollem Gang ist, unsere Minister diese grosse Unternehmenslobbyveranstaltung meiden. Wir werden es am Donnerstag herausfinden.
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Quelle
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(1) Die Bank HSBC dem Präsidenten von Dow Chemical seine favourisierten europäischen Finanzministern und US-Geheimdienstchefs (HSBC Holdings plc) ist, gemäß der CNN Global 500-Liste 2011, das 46-größte Unternehmen der Welt. Die Bilanzsumme Ende 2011 betrug 2,556 Billionen US-Dollar, der Gewinn vor Steuern im Jahr 2011 16,797 Milliarden US-Dollar. Nach Marktkapitalisierung im Jahr 2011 von 102,72 Milliarden Euro ist sie die größte Bank Europas. In Deutschland ist die HSBC durch HSBC Trinkaus vertreten. (Quelle: wikipedia)
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(2) The Dow Chemical Company, kurz Dow Chemical ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Sitz in Midland (Michigan) in den USA und am Umsatz gemessen der zweitgrößte Chemiekonzern der Welt nach BASF. Zudem besitzen Dow und Corning Inc. dasJoint Venture-Unternehmen Dow Corning, ein Spezialist in der Silizium- und Silikonchemie mit etwa 10.000 Beschäftigten weltweit. (Quelle: wikipedia)
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(3)

  • Prinz Bernhard war sowohl Mitglied in der Reiter-SS, einer berittenen Sonderformation der Schutzstaffel, als auch der NSDAP. (Quelle: wikipedia)
  • Prinz Bernhard der Niederlande gründete die Bilderberg-Gruppe im Jahr 1954 im Hotel Bilderberg längsseits mit Joseph Retinger und David Rockefeller. Als Deutscher war er Nazi-Mitglied für eine kurze Zeit sowie SS-Reiter-Offizier – später arbeitete er für Rockefellers IG Farben. Seine Tochter, Königin Beatrix ist eine ständige Bilderbergerin.   .Quelle

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(4) Lobby = Interessengruppe
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Lobbyismus ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung (Lobbying) für eine Form der Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft. Mittels Lobbyismus versuchen Interessengruppen (Lobbys), vor allem durch die Pflege persönlicher Verbindungen die Exekutive und die Legislativezu beeinflussen. Außerdem wirken sie auf die öffentliche Meinung durch Öffentlichkeitsarbeit ein. Dies geschieht vor allem mittels der Massenmedien. (Quelle: wikipedia)
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(5) Die JPMorgan Chase & Co. ist eine US-amerikanische Bank mit Sitz in New York City,New York. Basierend auf der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Bio. USD ist sie die größte Bank der USA und laut Forbes das weltweit zweitgrößte, an einer Börse notierte, Unternehmen. Gemessen an den Erträgen löste JPMorgan Chase Citigroup in 2007 als größte US-Bank ab und ist laut der Forbes Global 2000-Liste 2010[6] die größte Bank weltweit. Gemessen am Eigenkapital wurde sie im Jahre 2012 vom britischen Fachmagazins The Banker als zweitgrößte Bank der Welt eingestuft. JPMorgan Chase & Co. gehört zu der Gruppe der bulge bracket Banken. Die Hedgefonds-Abteilung von JPMorgan Chase ist einer der größten US-Hedgefonds. Sie wurde im Jahr 2000 aufgebaut, als Chase Manhattan Corporation mit J.P. Morgan & Co. fusionierte. (Quelle: wikipedia)

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