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Füsse und Laufen – wichtiges Thema in Bezug auf unsere Natur

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Interview mit Mick „The Barefott Sensei“ Dodge (Part 1)
Würdest du dich meinen Lesern kurz vorstellen? Wer bist du? Und wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?
 
Mein Name ist Mick Dodge. Ich bin bekannt als „The Barefoot Sensei“, Gray Beard. Für viele Menschen bedeutet das Wort Sensei „Lehrer“ (jap.). Mein Sensei brachte mir eine einfachere Bedeutung bei. Es bedeutet „Einen Schritt voraus“.
 
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Als erstes möchte ich mich für die Gelegenheit bedanken, unsere Vision und unsere Mission aus diesen nebligen Bergen zu teilen.
 
Ich folge meinen nackten Fußsohlen nun seit vielen Jahren nach einer Methode des Erinnerns, Erholens und Wiederaufbaus meiner natürlichen Verbindung zu diesem Land
(Land meint hier Mutter Erde. Er spricht von einem über die Füße mit der Natur verwurzelt sein.)
 
Mein Lehrer waren diese Berge und das Hoh River Valley. Ich bin keltischen Ursprungs und meine Familie stammt in vierter Generation aus dieser Gegend. Mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter setzten Ihre Füße auf dieses Land, als sie versuchten der Zivilisation zu entfliehen. Meine Großväter und –mütter, meine Eltern und auch ich wurden hier in den Olympic Mountains geboren.
 
Nach all den Jahren, die mich meine Füße durch das Land, in dem meine Familie und ich geboren wurden, trugen, fühlte ich mich berufen, eine Trainingshalle zu errichten. Es war als hätte mich das Land selbst dazu auserkoren. Mein Weg führte mich zu meiner Partnerin, Red Cedar (llynroberts.com). So lautet ihr Name des Waldes. Als Cedar und ich begannen miteinander auf diesem Land zu leben, wurden wir beide von seinen Bedürfnissen aufgewühlt. Wir gründeten das Hoh Rainforest Dojo wo ich Menschen darin unterrichte wieder „EarthLanders“ zu werden – also darin, wie sie die Füße richtig auf dem Boden bringen können. Dann verschaffte sich das Land noch mehr Gehör durch unsere Kollegen, die Cedar dazu bewegten, den Olympic Mountains EarthWisdom Kreis zu gründen. Ich bin ein EarthLander-Läufer für die EarthWisdom Vision (nähere Infos bitte googeln).
 
Wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene? In der Methode oder dem Weg, den ich unterrichte und teile, nehmen wir Fragen mit auf einen Fußlauf mit nackten Füßen in der Natur. Wir finden unsere Geschwindigkeit, begeben uns in Trance und sammeln die Antwort. Es ist eine schwierige Frage für mich und es brauchte einige Zeit, um mein Herz eine Antwort finden zu lassen.
 
Ich habe schon vor langem meine Schritte weg von Schuhen, Mauern, Maschinen und Elektronik gelenkt, um meine Füße in Kontakt mit der Leidenschaft und schöpferischen Kräften des Lebens zu bringen.
 
Wie verdiene ich meinen Lebensunterhalt? Gar nicht. Leben und die Erde zu begreifen unterhält mich.
Die Idee des Ballengangs scheint heutzutage in den USA sehr trendy im Bereich des Laufsports zu sein. Wenige sprechen allerdings darüber diese Bewegungsmuster beim Gehen zu nutzen. Wie bist du in Kontakt mit dieser Idee gekommen?
Auf die Idee Ballengang oder natürliches Gehen zu machen, bin ich durch Schmerz gekommen. Meine Füße schmerzten. Sie schmerzten so schlimm, dass ich kaum gehen, laufen oder trainieren konnte. Und ich liebe es, zu trainieren. Weißt du ich war schon mein ganzes Leben davon fasziniert zu trainieren. Wie kann man durch Bewegung und Form den Körper, das Herz und die Seele formen? Das interessierte mich immer. Mein Vater und meine Onkel waren alle Marines und Kampfkünstler. So begann ich also mit den Kampfkünsten als ich erst 5 Jahre alt war. Ich wuchs auf einer Militärbasis mit Marines in Japan und Okinawa auf, obwohl mein Vater und ich mit japanischen und Familien aus Okinawa lebten. In den Sommermonaten wurde ich per Schiff zurück zu meinem Großvater in die Olympic Mountains geschickt. Dort arbeitete und spielte ich, lernte das Fährtenlesen und Jagen mit meinem Großvater in diesen alten Urwäldern und verputzte die Cookies meiner Großmutter.

Mein Großvater und ich gingen auf ausgedehnte Fußmärsche. Wir liebten es, durch den Wald zu laufen. Er pflegte zu sagen:„ Deine Leute sind seit tausenden und tausenden und tausenden von Jahren gelaufen. Hör niemals mit dem Laufen auf!“ Diese Worte haben sich mir tief eingeprägt. Und „Laufen“ hatte für Ihn eine andere Bedeutung. Darauf werde ich in den späteren Antworten noch eingehen.

Mein Vater weckte mich jeden Morgen um 5 Uhr und wir liefen drei Meilen, machten Calisthenics-Übungen und dann etwas Sparring. Ich habe mich über die Jahre mit vielen Bewegungsschulen beschäftigt: Gewichtheben, Bodybuilding, Highland Games, Yoga, Tanz, Radfahren, Kajakfahren, Surfen…ich denke du verstehst was ich meine. Aber dann kamen die Fußschmerzen zusammen mit Knie- und Rückenschmerzen. Es war eine schreckliche Zeit. Besonders, weil ich nicht laufen konnte. Und das Laufen half mir den Stress des modernen Lebens zu kompensieren.
Also suchte ich alle möglichen Spezialisten auf. Sie sagten ich wäre zu aktiv. Sie steckten meine Füße in Bandagen und nach 6 Wochen Pause steckten sie mich in Therapien und wie ein Idiot, befolgte ich alles was sie sagten. Ich verbrachte die Zeit in einer Hütte im Hoh Regenwald, die einbandagierten Füße vor dem Feuer und las eine alte National Geographic Ausgabe über chinesische Frauen und das Fußbinden. Und da traf mich die Einsicht wie ein Schlag.
 
Ich saß dort für die nächsten vier oder fünf Stunden, öffnete und schloss das Magazin immer wieder und betrachtete meine Schuhe, Stiefel, Regenstiefel und Schneeschuhe. „Was habe ich getan?“ Ich konnte es einfach nicht glauben und kämpfte damit, die Wahrheit zu akzeptieren. Ich hatte meine Füße einer Schuhindustrie ausgeliefert, die meine Füße noch nicht einmal in der entferntesten Form kannte. Am nächsten Tag nahm ich mein Jagdmesser und befreite meine einbandagierten Füße. Ich schwor, meine Füße in der Erde zu verwurzeln und Sie zu heilen oder alles zu beenden. Ich war verzweifelt. Weißt du, meine Füße oder das Laufen zu verlieren war für mich einfach keine Option.
 
Da war ich nun: 225 Pfund Bodybuilding-Masse mit diesen weißen und deformierten Füßen. Deformiert durch Jahre des Tragens von Schuhen, Kampfstiefeln, Arbeitsschuhen, Kletter- und Laufschuhen und hörte ich hörte auf die sogenannten Experten.Ich entschied, alles was ich über das Trainieren von Muskeln und Sehnen wusste, zu nutzen, um meine Füße wieder in Form zu bringen. Es dauerte nicht lange und ich fand heraus, dass die erste Sache, die ich zu lernen hatte, darin bestand, zu lernen wie man richtig geht. Wie man den Fuß auf dem Boden landen lässt.ballengang
 
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Mein Großvater hatte mich als Kind den Fox Walk (Lesen Sie auch dieses Interview) oder den „Gang des Jägers“ gelehrt. Also begann ich meine Füße zuerst mit dem Ballen aufzusetzen und sich meine nackten Sohlen dem vielfältigen Untergrund anpassen zu lassen. Es war unglaublich. Meine Rückenschmerzen waren binnen eines Tages verschwunden. Die Knie- und Fußschmerzen folgten wenig später. Es war so einfach aber die ersten Schritte waren eine Herausforderung.

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Wenn du aus deinen Schuhen schlüpfst, dann musst du aufmerksam sein. Vielmehr musst du den Preis zahlen für all die Zeit, die du nicht aufmerksam warst. Der zweite Schritt ist zu akzeptieren, dass deine Füße wissen wann und wie sie landen müssen. Unsere Vorfahren laufen seit Millionen von Jahren über diese Erde. Es gibt eine Erinnerung des Körpers an dieses Wissen, dem du zu vertrauen lernen musst.

Diese beiden Schritte “Aufmerksamkeit” und “Akzeptieren” führen dich dazu, wachsam zu sein. Und eine der Sachen vor der du wachsam sein musst ist ein Schuhverkäufer. Und wir sind unsere eigenen besten Schuhverkäufer. Ich erinnerte mich an meine Zeit als Sergeant bei den Marines und an diese jungen Rekruten, von denen einige auf dem Ballen landeten. Und wir brachen Sie und brachten Ihnen das Fersengehen bei. Ich erinnerte mich ebenfalls daran, dass die meisten unserer Rekruten am Shin-Splints-Syndrom litten. Aber ich sah damals keine Verbindung. Ich sprach mit einigen Leuten über meine Entdeckungen. Aber die dachten ich wäre nur so ein verrückter Ex-Marine aus dem Wald. Also suchte ich nach einigen Experten in Sachen Gehen und Laufen, jemanden, der mir meine Fragen beantworten könnte und mir zeigen würde, wie ich wieder laufen könnte. Ich begab mich tief in den Urwald der Olympics. Ich war auf einer Mission Gehen zu lernen. Und ich vertraute nicht länger dem modernen Gerede.

Ich richtete meine Aufmerksamkeit auf die Tiere des Waldes und akzeptierte sie als meine Lehrer. Ich folgte und trainierte mit Rehen, Elchen, Bären, Kojoten, Ottern, Bergziegen und Vögeln. Ich studierte, wie sie sich bewegten und wie ihre Sohlen den Boden berührten.
 
Sie zeigten mit das Formwandeln. Nicht in ein Reh oder Elch oder irgendein anderes Tier. Ich lernte meine Form zu wandeln hin zu einem ursprünglichen Erinnern. Ein Erinnern an das Bewegen als Mensch als zweibeiniges Tier. Ein Erinnern an die Art und Weise in der unsere Vorfahren sich durch das Land bewegten. Ich fand heraus, dass sich durch Bewegung diese Erinnerung wiedererwecken ließ. Und mit der Übung des Wiederentdeckens und Gesundens konnte ich auch meine Verwurzelung mit dem Land wiedererwecken. Das war mein Trainingsplan, der mich bis heute fasziniert.
 
Aber es ging um weit mehr als nur meine Füße, meine Knie und meinen Rücken zu heilen. Mein Herz heilte ebenfalls und ich konnte spüren, wie Traurigkeit meinen Körper verließ. Traurigkeit ist ein Gefühl, dass mit Verlust zu tun hat und wenn du zu lange traurig bist, dann wird daraus Angst und am Ende Wahnsinn. Ich hatte den Kontakt zur Erde verloren und so begann ich eine Reise auf der ich meinen nackten Sohlen folgte und die Erde als meinen Lehrer akzeptierte. Und ich kehrte niemals um.
 
Es gibt eine Kraft, die durch die Füße generiert wird, der manche Namen wie Chi, Ki, Energie oder ähnliches geben. Es gibt viele Namen dafür. Von all den Namen, die ich gehört habe, trifft es der Begriff „Ekstase oder Verzückung“ für mich am Besten. Die Berge zeigten mir Wege den Ballengang zu nutzen, der einen Trance-Zustand erzeugt. Diesen Zustand kennt man im Laufsport als „Runners-High“. Der Ballengang erzeugt einen Ekstase-Flow, der die Heilkräfte des Körpers freisetzt und durch die Bewegung im Moment im Einklang mit dem Berg entsteht. Warum nutzen so viele Läufer den Ballengang dann im Laufen, aber nicht beim Gehen?Einer der ersten Schritte eines EarthLanders hier im Hoh Dojo ist was ich Barfuß Athletik nenne und sich direkt mit dieser Frage beschäftigt. Unsere Bewegungsdisziplinen und Bewegungsmuster wurden und werden seit langem durch Mauern und Käfige eingeschränkt. Das war nützlich, um Wissen und Fertigkeiten zu sammeln aber die Zeit ist gekommen, einen Schritt heraus zu wagen und aus dem was wir wissen etwas Sinnvolles zu machen. Lasst unsere Füße und unser Wissen mit der Natur und den unterschiedlichen Terrains der Erde in Kontakt kommen und herausfinden, ob sie zueinander passen.
Bewegungen und Gewohnheiten werden in der jeweiligen Lebensumgebung geformt. Wir sind also durch unsere Umwelt geformt. Die einfachste Antwort ist also, dass viele Menschen aus der Fitness- und Lauf-Welt begonnen haben, aus ihren Schuhen zu schlüpfen. Aber Sie sind noch nicht aus dem Schuhkarton oder dem Schuhkarton auf Räden geschlüpft, um zu erkunden, wie man den Fuß im täglichen Leben aufsetzt.
Lass mich das erklären. Als ich meine Schuhe hinter mir ließ und einfach meinen Füßen folgte, um mich von der Erde selbst anleiten zu lassen und meinen Fersengang zu heilen war ich fasziniert, wie schnell Körper, Herz und Geist sich veränderten, um meine animalische Lebendigkeit freizusetzen. Ich musste meine ersten Schritte komplett von vorn neu erlernen, um dann zum Gehen und Springen zu kommen bevor ich wieder rennen konnte.
 
Und ich fühlte mich dabei so gut, dass ich Schritt um Schritt weiterging und mich dabei von Mauern, Häusern und der damit verbundenen Einstellung, die ich “Schuhkarton” nenne, immer weiter entfernte. Dann entfernte ich mich von den Schuhkartons auf Rädern, die für Vehikel wie Autos und dergleichen stehen. Und ich entfernte mich vom gesellschaftlichen Gebrabbel von dem ich mich so lange Zeit hatte leiten lassen. Ich trennte mich und meinen Gang von all dem und begab mich auf Wanderschaft durch die Olympics.
 
Ich begab mich auf eine Mission um Bewegung und Form fernab all der Mauern, Maschinen und Elektronik neu zu erfahren. Ich war auf einem Abenteuertrip. Man könnte sagen, dass es eine Art Forschungsprojekt war, um Bewegung und Form in einem der ältesten Urwälder der Welt zu erkunden und Kontakt aufzunehmen, Herausforderungen anzunehmen und meine nackten Füße in Balance mit der Erde zu bringen. Um zu begreifen, muss man zunächst berühren. Und das tat ich.Eine der vielen Erkenntnisse dieser Wanderschaft war, dass unsere Bewegungsdisziplinen, die innerhalb von Wänden stadtfinden, uns vom natürlichen Fluss der Sinneswahrnehmungen abtrennen, die außerhalb dieser Wände zu finden sind. Mir fiel auf, wie wir als moderne Menschen unser Bewegen in Terminpläne einteilen. Man hört so oft Aussagen wie „Dreimal die Woche“ oder „Eine Stunde am Tag“. Ich erkundete mein Training rund um die Uhr nur indem ich zu Fuß ging.Ich lernte von Rehen und Hirschen für eine Zeit, indem ich sie aufspürte und ihnen folgte. Ich bemerkte, wie sie in einem Moment essen und im nächsten Moment sechs Fuß in die Luft springen konnten und davon rannten. Dehnübungen oder Aufwärmen hatten sie nicht nötig. Sie waren jederzeit bereit, um sich zu bewegen. Also begann ich auf diese Weise zu trainieren.Ich lehrte mich unbeweglich und ruhig zu sitzen und dann schlagartig aufzuspringen und zu rennen. Ich übte sehr langsam zu gehen und plötzlich in voller Geschwindigkeit loszurennen. Auf diese Weise trainierte ich den gesamten Tag anstatt mir „Dreimal die Woche“ als Trainingsplan aufzuerlegen. Ich brach die Gewohnheiten der modernen Kultur. Indem ich meinen Übungen in meinen Tagesablauf integrierte, wurde mir bewusst, wie der Fersengang meine Reflexe geschwächt hatte. Diese Ferse ist ein Drehpunkt der dazu dient Energie zu sammeln und uns in den Ballengang federn lässt. Aber es ist kein „Abrollpunkt“. Ich entdeckte, dass eine der besten Wege diese Reflexe zu trainieren Springen und Tanzen ist. So hüpfte und tanzte ich also umher und meine innere Einstellung veränderte sich ebenfalls.
Während dieser Trainingseinheiten wurde mir auch bewusst, wie sehr wir Laufen und Gehen voneinander trennen. Diese Idee klang für mich mehr und mehr albern. Ich lief herum und nannte mich einen „Läufer“ aber natürlich ging ich ja auch. Also wurde ich einfacher in meinen Worten. Ich sagte „zu Fuß gehen“. Und manchmal gehe ich eben langsam, manchmal schnell und manchmal verlassen beide Füße den Boden, wenn ich „renne“. Ich baute eine Beziehung zum Land auf. Ich hinterließ meinen Eindruck auf dem Land und das Land seinen Eindruck in mir.
 
Der Untergrund der Erde ist vielfältig und ein Ausdruck von Kreativität. Er ist immer etwas anders und verändert sich ständig. In den Sadtmauern – im Schuhkarton – ist der Untergrund stets eben. Für mich kann es in einer solch monotonen Kultur nur ein Ziel geben. Langeweile.
Als ich die Ausdauer auf langen Strecken erkundete, entdeckte ich, dass es auch hier Unterschiede gibt. Dabei ging es das Nutzen von zwei Beinen und Rhythmus. Als ich mich von Straßen verabschiedete, entdeckte ich ein ganz neues Ausdauergefühl abseits der ebenen und langweiligen Wege. Ein neues Ausdauergefühl, das durch kreative Bewegungen gespeist wurde, kam in mir auf. Es öffnete mein Herz und meinen Verstand und lud mich zu einem Tanz ein, mit dem ich dieses neue Gefühl erkundete. Eine der größten Veränderungen, die ich bei diesem Tanz entdeckte war, dass ich bemerkte, dass der Ballengang und das landen mit dem Vorfuss meine Gedanken vom trennenden Denken der Stadt befreite.
 
Ich verabschiedete mich von Konformität, um Authentizität willkommen zu heißen.
 
Innerhalb der Stadtmauern ist es leicht die Aufmerksamkeit auf eine Sache zu versteifen und der sogenannten „Laufsport-Welt“ zu entsprechen.
 
Wenn du das englische Wort für entsprechen nimmst – conform – dann besteht es aus den Silben „Con“ (Täuschung/Schwindel) und Form (Form).
 
Ich sehe in diesem Entsprechen eine Täuschung der Form, denn alle reden von „Neu und verbessert“ und vergessen darüber die alten und natürlichen Bewegungsformen. Das bringt uns weiter und weiter weg von den freudigen zweibeinigen Tieren, die wir nun mal sind.
 
Mein Großvater war ein alter Mann und er lehrte mich einige einfache Weisheiten über “Entfernungen”. Wenn wir zu einer Stelle in den Bergen aufbrachen, dann fragte ich ständig „Wie weit ist es noch?“ Er hatte darauf stets dieselbe Antwort: „Zwei Schritte“. Wenn ich ihn dann fragte wie lange es noch dauert, dann sagte er stets: „Das sage ich dir, wenn wir angekommen sind.“ Er kümmerte sich nicht um Zahlen. Er richtete seine Aufmerksamkeit auf die Bewegung im Moment. Er hielt die Dinge einfach, um die Kreativität aus der Komplexität zu befreien.Es ist ein großartiges Gefühl der Ermächtigung, wenn du den Schritt aus der alles trennenden Separation in die alles vereinende Integration machst. Für mich steht hinter dem englischen Wort RUN für „laufen“ eine tiefere Bedeutung. R – U – N, Are You In? Bist du drin? Bist du IN deinem Körper? Bist du eins mit deinem Körper und deiner Umgebung? Bist du eins mit deinen Füßen? Es ist eine Frage und der beste Weg eine Antwort darauf zu erhalten ist Schritt für Schritt voranzugehen.
….
 
Teil 2 des Interviews folgt in Kürze…
 
 
 
 
 
 
Sonderbares Schuhwerk Part II
 
Im Zusammenhang mit dem Ballengang kommt immer wieder die Frage nach dem passenden Schuhwerk auf. Kein Wunder, dass ein entsprechendes Kapitel daher auch im Buch „Einfach Ballengang – natürliches Gehen“ zu finden ist. Interessanterweise macht sich der Laie häufig recht wenig Gedanken, was er denn da am Fuß trägt. Vielmehr akzeptiert er was ihm von den Designabteilungen und „Modezaren“ der Schuhbranche vorgesetzt wird.Ein kleiner Ausflug ins Lande Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Schuh) fördert dabei interessante Infos für den modernen Schuhträger zutage. Schuhe hatten demnach weit häufiger eine gesellschaftliche und statusbezogene Aufgabe als das sie funktionalen Bedürfnissen angepasst waren. So war es im alten Ägypten erst ab dem Status eines hohen Beamten oder Priesters überhaupt erlaubt, Sandalen zu tragen. Das Volk ging – ohne es zu wissen oder zu schätzen wesentlich gesünder – nämlich barfuß. Auch bei Griechen und Römern gab es strenge Vorschriften wer was zu tragen hatte.
Je näher die Gegenwart rückte desto unsinniger wurde die Schuhmode. Im Mittelalter waren beispielsweise sogenannte „Schnabelschuhe“ modern. Und was heute der V8 oder Porsche der etwas betuchteren Herren ist, war damals der Schuh, denn seine Länge sagte etwas über die Standeszugehörigkeit aus. Die Mächtigsten haben wie immer den längsten….Schuh (versteht sich ja von selbst). Und diese Angelegenheit war weiß Gott keine spaßige, denn die Kleiderordnung und damit auch die Schuhordnung war streng reglementiert.
 
Schnabelschuhe
Während die frühen Schuhe und die der einfachen Bevölkerung bis in weit jüngere Zeiten aus einfachen Leder-Konstruktionen bestanden, waren gerade die Schuhe der Reichen und Schönen mehr durch modische Erscheinungen geprägt als durch alles andere. So war die oben erwähnte Schnabelform ein Mitbringsel der Kreuzzüge. Dort hatte man sich entsprechende Schuhformen abgeschaut. Interessanterweise gab es auch immer breite Schuhe abseits dieser Modeexzesse. Diese dienten aber wohl eher der Arbeit. Klar, denn wer sich bewegen muss und körperlich etwas leistet, der ist mit langen Schnabelschuhen mehr als nur leicht behindert. Die breite Schuhmode wurde im 16 Jahrhundert sogar kurz modern.Generell kann man aber sagen, dass das vermeidlich elegante Design von „Anzugschuhen“ auch heute noch weniger von Funktionalität als vielmehr von Mode geprägt ist. Und wen interessiert es da schon, wenn man sich selbst einen Hallux Valgus heranzüchtet. Hauptsache man sieht dabei schick aus. Tatsächlich symbolisiert solch ein Schuh zur gehobenen Businesskleidung im glänzenden Zustand, dass der Träger keiner körperlichen Arbeit nachgeht und zum Establishment gehört. Und selbst wenn er wollte, wäre es ihm kaum möglich, mit derartigen Fußgefängnissen auch nur irgendeine brauchbare körperliche Leistung abzurufen.Interessant ist auch die Herkunft des Absatzes. Die ist nämlich nicht geklärt. Sozusagen die X-Akte der Schuhwelt. Wenn Sie diesen Blog lesen, stimmen Sie sicher mit mir überein, dass so ein Absatz funktional überhaupt keinen Sinn macht, die Statik des Körpers durch seine Keilform stört und natürlich auch den Ballengang behindert. Warum also einen Holzklotz unter die Ferse schnallen?

Der Wikipedia-Artikel gibt dabei einige Theorien an die Hand, die mir persönlich auch geläufig sind. Eine Version besagt, dass die Absätze das Reiten mit Steigbügeln erleichtern sollen, da man sich damit einfacher einhaken kann. Vom Schlachtfeld zur Paradeuniform und der „Tracht“ des Hofadels, der sich ja gerne einmal militärisch gab, zum reichen Kaufmann – schon war ein Trend geboren. Denn wer die Möglichkeit hatte, wollte natürlich wirken wie die Mächtigen und das fing bei den Schuhen an. Auch hier geht es offensichtlich nicht um Funktionalität. Status war so wichtig, dass es auch hier Regeln gab: Zu Zeiten des Sonnenkönigs war es beispielsweise nur dem König und hohen Adligen gestattet, rote Absätze zu tragen. Seltsam oder?

Eine weitere Theorie sieht den Ursprung in einer Art „Schmutzstelze“ (Bilder oben). Ohne Kanalisation begegneten den Stadtbewohnern ihre Notdurft und die ihrer Nachbarn gerne auf der Straße wieder. Um nicht „durch die Scheiße waten zu müssen“, bediente man sich hölzerner Überschuhe, die durch Absätze leicht erhöht waren. Man schwebte sozusagen „über den Dingen“. In der Regel wurden diese „Trippen“ angezogen, wenn man auf die Straße ging und wieder ausgezogen, wenn man das Haus betrat. Dazu trug man dünne Lederschuhe. Möglicherweise hat sich nach einer Zeit aus dieser Zweierkombination ein einzelner Schuh mit Absatz entwickelt.

Wie dem auch sei, ab dem 17. Jahrhundert setzten sich in ganz Europa Schuhe mit Absätzen durch. Die Männer machten auf groß und kriegerisch und den Frauen purzelten durch die veränderte Körperhaltung die Äpfelchen förmlich aus den Dekolletees und das nach hinten geschobene Becken mit Zurschaustellung des Musculus Gluteus Maximus wird den Männern ebenfalls gefallen haben. Man gefiel sich also gegenseitig und vor allem sich selbst. Wer so aussah hatte körperlich meist eh wenig „zu tun“.

 

Wenn ich heute auf die Straße gehe, dann sehe ich bei den meisten meiner Mitmenschen noch genau dieselben Trends, die es schon im Mittelalter gab. Oft bekomme ich sogar zu hören „Ja Herr Beckmann, die Menschen laufen doch schon so lange so rum, was soll also daran falsch sein?“ Darauf kann ich nur entgegnen, dass erstens nicht alle Menschen so herumliefen, denn die „einfache“ Bevölkerung hatte mit solchen Schuhmoden wenig zu tun und lief oft barfuß oder in minimalsten Schuhen. Und zweitens sollte man sich vor Augen halten, wie lange der Mensch barfuß oder in leichten Minimal-Schuhen über die Erde gelaufen ist und wie ähnlich dabei die Physionomie eines „Özi“ der unseren heute ist. Dabei wurden zu Fuß oft riesige Strecken überwunden. ICE und Flugzeug gab es ja noch nicht. Diese Menschen hatten also schon etwas „drauf“ und konnten mit dem was sie an den Füßen hatten (oder eben auch nicht) einiges leisten.

Glauben Sie abgesehen davon wirklich, dass die Evolution in den paar hundert Jahren, die die Masse Schuhe nach dem oben beschriebenen Muster trägt, dazu geführt hat, dass sich Ihre Füße angepasst hätten? Ich denke nicht. Und ich finde Knick-Senk-,-Spreiz- und wasweißichwas-Füße, Rückenbeschwerden, Haltungsprobleme und Fersensporne geben mir recht. 😉

 
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GODO – spielerisch bewusst gehen

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Dr. med. Hans-Peter Greb: GODO – Mit dem Herzen gehen

http://www.youtube.com/watch?v=x13CigotiKg

Der spielend bewußte Weg, körperlich und geistig

GODO bedeutet im Deutschen Ballengang oder Vorfußgang.

Die Auswirkungen der Gangart auf Körper, Geist und Seele sind bedeutender als wir ahnen. Dr. med. Peter Greb beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem menschlichen Gangverhalten.

GODO ist keine neue Theorie, keine neue Methode, sondern die Erinnerung an die Tatsache, dass wir genetisch angelegte Ballengänger sind. Die ersten Schritte des Kleinkindes erfolgen spontan über die Vorderfüßchen.

GODO kann helfen, spielerisch und leicht seine Stärken zu finden und starre Bewegungsmuster loszulassen, die viele Krankheiten wie Venenleiden, Asthma, Rückenschmerzen und vorzeitige Alterungsprozesse verursachen.

Mehr Infos unter:
http://www.godo-vision.de/

Das Buch:
http://tinyurl.com/3vkw29o

GODO-Vortrag von Dr. med. Hans-Peter Greb – Deutsch & Italiano

http://www.youtube.com/watch?v=98_zV9ENSqo&list=UUFMTiGgVaD3rsv5luAy4R5w&index=2

Dr. med. Hans-Peter Greb entdeckte:

Biologisch genetisch sind wir alle als Ballengänger geboren…

Als Kinder folgten wir dem falschen Vorbild…
Wir haben den Hackengang der Erwachsenen nachgemacht…
So haben wir in den ersten Lebensjahren marschieren gelernt!

Die Folgen sind fürchterlich…

Selbst- und Fremdaggression… Stress… Lieblosigkeit… und vor allem die FALLANGST – die Quelle aller Ängste, die in der Angst vor dem Tod gipfeln…

GODO – eine neue Gang-Art

http://www.alpenparlament.tv/archiv/510-godo-eine-neue-gang-art

Dr. Hans-Peter Greb im Gespräch mit Thomas Eckardt über die neue Gang-Art GODO.

Für fast jeden Menschen ist die Benutzung von Beinen und Füßen zum Gehen eine Selbstverständlichkeit vom zweiten Lebensjahr an, über die kaum jemand nachdenkt. Der Mediziner Dr. Hans-Peter Greb kam jedoch durch Beobachtungen in seiner Praxis und durch das Studium der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu dem Schluß, daß unser heute überall anzutreffender Gang über die Ferse physiologisch und psychologisch falsch ist. Der Mensch ist seinen Forschungsergebnissen nach von Natur aus ein Ballengänger. Gemeint ist hier der Zehenballen des Vorderfußes. Kleinkinder laufen zu Beginn ihrer Gehversuche instinktiv über diesen Ballen, gewöhnen sich dies aber sehr schnell ab, weil sie ausschließlich durch Nachahmung lernen. Da die ganze sie umgebende Erwachsenenwelt den Fuß über die Ferse abrollt, nehmen auch die Kinder sehr schnell diese vermeintlich korrekte Art des Gehens an.

Dr. Greb demonstriert im Gesprächsverlauf anschaulich, welche negativen Auswirkungen der Fersengang auf unsere körperliche und geistige Befindlichkeit hat, und wohin sich der Mensch entwickeln könnte, würde er sich wieder das Gehen über den vorderen Zehenballen angewöhnen.

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