DIE ARBEITSLOSEN – AUCH DA WIRD UNGEMEIN GELOGEN

Gepostet am

Einar Schlereth

20. März 2015

So weit ich zurückdenken kann, werden wir mit erlogenen Zahlen über die Arbeitslosigkeit gefüttert. Sie wurden immer und regelmäßig gefälscht, weil es ja so häßlich aussieht, wenn die Regierung sich ein schlechtes Zeugnis ausstellen muss.
Aber wir hatten ja Jahre der Vollbeschäftigung, zwar nicht richtig 100%, aber nahezu. Richtig. Aber das passte den Kapitalisten überhaupt nicht in den Kram, weshalb sie den „GASTARBEITER“ erfanden, und log, dass Arbeiter fehlten. Es fehlten keine Arbeiter, sondern die Arbeiter verdienten zu viel. Deswegen also die Gastarbeiter, denen die Jobs der Deutschen angeboten wurden, aber für erheblich weniger Geld. Die Deutschen wurden gefeuert.

Das war ein wunderbarer Trick. So konnte man mit all den Italienern, Spaniern, Jugoslawien und am Ende auch Türken allmählich eine Reserve-Arbeiter-Armee schaffen, die unsere Löhne weiter drückte. Und den Deutschen wurde von den Medien eingeredet, die ‚GÄSTE‘ würden ihnen die Jobs wegnehmen. Wieder gelogen. Aber es wurde geglaubt, schaffte böses Blut und üble Nachrede. Und mit der Zeit wurde es für gewisse Vollidioten ein Hobby, Ausländer ‚klatschen‘ zu gehen. Manchmal bissen welche ins Gras, aber was macht das schon. Täter wurden sehr selten gefunden.

Tatsache ist auch, dass die Gewerkschaften dieses dreckige Spiel mitspielten. Und die zersplitterten kleinen linken Parteien konnten nicht gegen das gewaltige Blechorchester der Mainstreammedien ankommen, die unisono in die Kerbe der Spaltung der Arbeiterschaft schlugen.
Nun, wie es weiterging, wisst ihr. Eine Rezession folgte der anderen, doch die Gewinne und die Preise stiegen, nur die Löhne sanken. Dann wurde zu allem Glück auch noch die EU mitsamt Euro eingeführt und es kam haargenau, wie wir vorausgesagt hatten. Freie Fahrt fürs Kapital und die Arbeiter wurden auch richtig ‚mobilisiert‘ – d. h. sie mussten ihren Jobs hinterherziehen, wenn es das Kapital forderte. Festangestellte wurden weniger, Arbeitslose mehr, es kam Hartz 4 and all the rest. Und die ‚gewaltige Kraft der vereinten Arbeiter‘, von der die korrupten Gewerkschaften faselten, löste sich in Wohlgefallen auf. Mit tatkräftiger Hilfe von Figuren wie der Thatcher.

Zurück zu den Arbeitslosenzahlen. Da die Zahlen höher wurden, ließen die Statistiker ihre Phantasie spielen und erfanden 1000 Tricks, wie man sie ’schönen‘ konnte. Ein Pete Dolack hat dazu einen sehr guten Artikel geschrieben:
‚Real Unemployment is Double the ‘Official’ Unemployment Rate‘ (Die wahre Arbeitslosigkeit ist doppelt so hoch wie die ‚Offizielle Arbeitslosenrate). Das erforderte einige Mühe wegen der raffinierten Versteckspiele.

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Er kam jedenfalls zum Ergebnis, dass in Nordamerika, Europa und Australien die wahre Rate doppelt so hoch wie die offizielle ist.

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Für die USA: Offiziell 5.5 Prozent, die wahre 11%.
Kanada: Offizielle 6.8 Prozent, in Wirklichkeit 14.2 %.
In Europa ist die Kluft nahezu genauso groß wie in Nordamerika.
Die EU gibt offizielle 9.8 % an. Aber rechnet man die Zeitarbeiter mit und die entmutigten Arbeiter, die die Suche aufgegeben haben und die ein Prozent, die Arbeit suchen, aber nicht sofort können (Krankheit u. dgl.), dann kommt man auf 19 Prozent!

Dasselbe Muster gilt für Australien. Offizielle 5 Prozent, die wahre Zahl ist 13.1 Prozent.

Interessant ist auch die Rate der Langzeitarbeitslosen. Da werden wenigstens 12 Monate gerechnet und da hat sich die Zahl zwischen 2008 und 2013 in der EU verdoppelt, in den USA verdreifacht.

Weiterhin, was keine Überraschung sein dürfte, sind die Löhne gesunken (bei stetig steigender Produktivität und der Profite), wodurch der Anteil der Arbeiterschaft am BNP von 51.5 % im Jahr 1970 auf 42 % heute sank.

Abschließend berichtet er von dem richtigen Knüller. Von der ILO (Internationale Arbeiter-Organisation) wurde die Arbeitslosenrate für die ganze Welt berechnet, wobei man auf 2.4 MILLIARDEN Menschen kam. Ihnen stehen 1.4 Milliarden Arbeiter gegenüber. Die Arbeitslosen-Armee ist also um 70 % größer als die der Arbeiter. Bingo für das Kapital.

Dolak spricht am Ende noch einen interessanten Punkt an. „Die frühkapitalistischen Länder konnten ihre „Überschuss“-Arbeiter durch Massenemigration loswerden. In den fast 100 Jahren zwischen 1820 und 1915 verließen 50 Mill. Menschen Europa und fuhren in die ‚Neue Welt‘.“

Aber die Zeiten sind vorbei. Die Entwicklungsländer können ihren Überschuss, den der Kapitalismus nicht braucht, nirgendwo hinschicken. „Nicht einmal eine 7%-Wachstumsrate über 50 Jahre im globalen Süden könnte das Drittel der Bauernschaft, die das Land verlassen und in die Städte ziehen, absorbieren.“ sagt Dolak.

Dadurch werden die ökonomischen und sozialen Probleme immer größer werden, aber auch die Umweltprobleme und der Ressourcenmangel.

Sein Schlusswort ist zwar richtig, zeigt aber keinen Ausweg:

„Wir haben nur eine Erde. Und diese eine Erde ist im Griff eines Systems, das in einem Tempo von ihr nimmt, dass, falls das nicht umgekehrt wird, eine leere Hülle übrigbleiben wird und immer mehr Menschen in Armut und Elend gestürzt werden. Dass dies unendlich so weitergehen kann, ist eine Phantasie.“

Der Ausweg ist allein, den Kapitalismus zu beseitigen für immer. Die Menschheit ist ein paar hunderttausend Jahre lang sehr gut ohne ihn ausgekommen. Sie könnte die Probe auf’s Exempel machen.
Quelle

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