KenFM im Gespräch mit: Albrecht Müller (Teil 2)

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Veröffentlicht am 14.11.2014

Albrecht Müller gehört zu den einflussreichsten Publizisten der Republik. Obwohl schon über 75 Jahre alt, kennt dieser Mann nicht das, was man allgemein als Ruhestand bezeichnet. Albrecht Müller ist der Betreiber der NachDenkSeiten. Das SPD-Urgestein ist gelernter Ökonom und gehört zu den schärften Kritikern der sogenannten Mediengesellschaft.

Sein 2009 erschienenes Buch „Meinungsmache – Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen“ ist längst zum Standardwerk derer geworden, die sich als Teil der im Internet gelebten Medienrevolution verstehen. Freie Presse statt vorgekauter Propaganda.

Albrecht Müller war Manager des Wahlkampf-Teams unter Willy Brandt und leitete später das Planungsbüro des Kanzleramtes unter Helmut Schmidt. Damit ist er auch Zeitzeuge einer Deutschen Entspannungs-Politik, die im Kalten Krieg von der damaligen SPD beschlossen wurde, um das Überleben auf diesem Kontinent nicht zu gefährden. Beide Seiten waren wie heute bis an die Zähne bewaffnet.

Das Ergebnis der damaligen Politik der Annäherung wird in den letzen Jahren federführend von den USA, aber eben auch von ihren NATO-Partnern, wie Deutschland unter Angela Merkel, vorsätzlich zerstört.

Die über Jahrzehnte auch unter Müller entstandene friedliche Koexistenz auf dem europäischen Kontinent, die gute Nachbarschaft mit Russland, die in der Wiedervereinigung Deutschlands ihren Höhepunkt erfuhr, all das sieht Albrecht Müller gefährdet. Zu Recht. Selten war der Friede zwischen Ost und West brüchiger als seit der von Washington eingerührten Ukraine-Krise.

KenFM traf Albrecht Müller an seinem Wohnsitz in Pleisweiler. Hier finden auch die regelmässig von ihm initiierten „Pleisweiler Gespräche“ statt, zu denen u.a. auch schon Willy Wimmer geladen wurde.

Das Gespräch mit dem SPD-Urgestein dauerte rund zweieinhalb Stunden und wird in zwei Teilen veröffentlicht.
Die Botschaft Müllers vor allem an die jüngere Generation kommt, wenn man sich den Status quo in Europa ansieht, wohl zu einer Zeit, die passender nicht sein könnte. Sie lautet grob zusammengefasst:

Frieden gibt es nicht zum Nulltarif. Es reicht nicht, den Satz Willy Brandts „Mehr Demokratie wagen“ nur zitieren zu können. Man muss diesen Satz auch vorleben. Im Alltag. Aber vor allem dann, wenn man als Bürger erkennen muss, dass die politische Führung des eigenen Landes eine militärische Konfrontation mit dem Nachbarn Russland nicht mehr als etwas betrachtet, das auf gar keinen Fall in Frage kommt.

Die Zeiten ändern sich und der Wind frischt auf. Wenn Du nicht in einen Sturm geraten willst, ändere Du den Kurs und hole die Segel ein. Die Ausrede „Ich habe von Segeln keine Ahnung“ nützt Dir nichts. Fass‘ mit an.
Das Schiff Europa kann sinken. Verhindere das. Werde Teil einer Mannschaft, die den Kahn wieder wegnavigiert von einem für alle spürbaren Kollisionskurs.

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