Ukraine: Wenn ein Volk aufeinander gehetzt wird, hat jemand einen Nutzen davon (Gespräch zwischen der Landwehr und der offiziellen ukrainischen Armee)

Gepostet am Aktualisiert am

Talkrunde der ATO („Antiterroristische Operation“)

Veröffentlicht am 08.11.2014

Dies hier ist ein hochinteressanter Vorgang. Es gibt Gespräche zwischen den Anführern der Separatisten und der offiziellen ukrainischen Armee. Am 22. Oktober wurde das erste Video der ersten gemeinsamen Videokonferenz ins Netz gestellt. Das muß man sich unbedingt ansehen, denn es zeigt, daß die verfeindeten Brüder dann doch die Erkenntnis teilen, daß die Unkrainer aus Machtinteressen gegeneinander gehetzt werden. Man darf sicher sagen, daß dieses Gespräch (es gibt noch eine Fortsetzung) von historischem Interesse ist. Wir haben uns die Arbeit gemacht, und es mit deutschen Untertiteln versehen. Unbedingt ansehen!

In einem improvisierten Studio sitzen einige Männer, teilweise im Kampfanzug. Sie werden als Kamil Waletov (aus Donezk stammend) vorgestellt, und als jemand aus der „8. Hundertschaft der Afghanen“. Daneben Alexej Zibkov, ebenfalls aus dieser Hundertschaft. Weiterhin Wladimir Schilow (auch aus Donezk stammend), ehemaliger Kommandant der 5. Kompanie der Stadt Donezk, Bataillon Dnepr.
Vor der Kamera auf der anderen Seite sitzt Mosgowoi, ein Führer der LNR. Der vorstellende Sprecher erläutert, man bezeichne diese Leute in der Westukraine als „Terroristen“, sie selbst nennen sich „Landwehr“ (Volkswehr). Man werde versuchen, einen Dialog zu führen. Das Hauptanliegen der Diskussion bestehe darin zu ergrünen, wie man einen Frieden erreichen könne – und wie das möglich gemacht werden kann.

Kamil entgegnet auf die Frage, wie es möglich werden könne, daß Frieden herrscht, daß doch in der Ukrainischen Verfassung stehe, daß alle Macht vom Volke ausgeht, und das Volk der Ukraine sich fragen müsse, ob man denn diesen Krieg braucht. Er stellt die sehr einfache Frage, wer denn die Ukrainer zwinge, gegeneinander zu kämpfen. Dann fällt der wichtige Satz, „Wenn ein Volk gegeneinander gehetzt wird, dann hat jemand einen Nutzen davon!“ Es gebe, so sagt er weiter, einen Haufen Schurken, die manipulieren und dies alles steuern. Die Besten stürben dabei. „Und gestern saßen wir noch gemeinsam an einem Tisch und haben gefeiert.“ Man müsse diesen Wahnsinn stoppen.

Nach einigem Hin- und Her und Geplänkel, wer und warum auf dem Maidan aktiv war, wendet man sich wieder der Frage des gegenseitigen Kämpfens und Tötens zu. Und man kommt zu dem Schluß, daß es letztlich hier um das Kräftemessen und Zerren zwischen dern USA und Rußland geht. Auf ukrainischem Territorium, aus geostrategischen Gründen.

Es wirkt schon irgendwie gespenstisch, daß auch hier in der Ukraine beide Seiten sich angesichts der voreingenommenen Propaganda-Hetze fragen, ob es denn überhaupt unabhängige Massenmedien gibt.

Bei Minute 55.28 gibt es eine Information, die wirklich aufhorchen läßt. Man fragt sich gegenseitig, wer eigentlich an diesem Tag Sprengkörper über Donezk abgeworfen hat. Als man feststellt, daß es offenbar weder die Ukrainische Armee noch die Rebellen waren, ist beiden Seiten klar, daß es eine dritte Partei gibt, die auf diese Weise den Haß und so den Konflikt kräftig schürt. Und bei Stunde 01:13:30 wirken die hoffnungsvollen Zukunftspläne der Armeeleute geradezu naiv, wenn sie davon träumen, daß das große Land Ukraine doch alles hat, um wohlhabend und glücklich zu sein. Bodenschätze, fruchtbaren Boden, Meeresküsten … „Wir haben alles, um das Land glücklich zu machen!“ – und die deprimierende, trockene Antwort von Mosgowoi: „Seien Sie doch realistisch, das wird uns nicht erlaubt, genau WEIL wir diese Schätze haben!“ (Wie heißt es doch so schön? „Wie – zum Teufel – kommt unser amrikanisches Erdgas unter ukrainischen Boden???“)

Am Ende stellen beide Seiten fest, daß sie in den grundlegenden Dingen sich eigentlich sehr nah sind und beschließen eine Fortsetzung in erweitertem Kreis.
Es gibt auch schon weitere Youtube-Videos davon. Wir müssen nur sagen, daß es sehr mühsam ist, das alles zu übersetzen und zu verschriften. Und wir paar Leute ersaufen hier in Arbeit. Sollte es jemanden unter unseren Lesern geben, der des Russischen mächtig ist und die Zeit aufbringen kann, würden wir uns über die Übersetzung der beiden weiteren Videos (siehe untendran) sehr freuen.

Es ist ein Hoffnungsschimmer, daß es der Ukraine gelingen könnte, sich aus der tödlichen Falle zu befreien, in die es getrieben worden ist. Daß es ein Ende des Mordens, Mißhandelns und der Zerstörung geben kann. Daß es auf einen guten Weg gehen könnte zum Frieden. Vielleicht – vielleicht!!! – lernen die Menschen doch was. Wir können nur hoffen und alle positive Energie dorthin schicken!

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Unbenannt

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Ein Gedanke zu „Ukraine: Wenn ein Volk aufeinander gehetzt wird, hat jemand einen Nutzen davon (Gespräch zwischen der Landwehr und der offiziellen ukrainischen Armee)

    Arkturus sagte:
    November 9, 2014 um 3:14 pm

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

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