Darf Arbeit Freude machen? Wie uns kulturelle Prägung Freiraum nimmt – und schafft

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Veröffentlicht am 11.09.2014
Prof. Dr. Kathrin Köster im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt „Schluß mit Lustig“, „Spaß beiseite“ oder „Jetzt mal im Ernst“, wer kennt diese Aussagen nicht? Sie begegnen uns ständig und überall, sie sind Teil unseres kulturellen Verhaltensstandards und somit Teil unser Sozialisierung durch die Gesellschaft. Durch unser Umfeld wie Eltern, Kindergarten, Schule und Freunde findet eine Konditionierung mit den „Werten“ unseres Kulturkreises statt.
Seit der industriellen Revolution findet parallel auch eine Veränderung statt, in welcher der Mensch in einem streng mechanistischen Weltbild lebt und „funktionieren“ muß, wie es unsere kulturellen Standards vorgeben. Haben wir uns nicht schon oft gefragt, warum uns Menschen in weniger industriell geprägten Regionen oft mit mehr Fröhlichkeit und Leichtigkeit begegnen? Gleichzeitig leben wir im Überfluß und beobachten Menschen, welche unausgeglichen sind, kein Lebensgefühl haben, stets pessimistisch Denken und ein Gegeneinander (der Wettbewerb, die Konkurrenz…) statt eines Miteinanders betreiben?

All diese Dinge machen Menschen dauerhaft krank. Schon sehr junge Menschen zerbrechen heute am Leistungsdruck unserer Gesellschaft. Steigende Burnoutraten sind ein klares Indiz hierfür. So ist es auch nicht verwunderlich, daß laut einer Gallup Studie, lediglich 17% mit ihrer Arbeit zufrieden sind, während 67 % der Deutschen Dienst nach Vorschrift machen und weitere 17% bereits innerlich gekündigt haben. Alarmierende Zahlen für einen Innovationsstandort wie Deutschland, denn unmotivierte Mitarbeiter sind nicht in der Lage für Innovation zu sorgen. Schon bei Kindern kann man beobachten, daß Spaß und Freude beim Lernen zu deutlich mehr Effizienz und Kreativität führen, ein Umstand den man erwachsenen Menschen in unserem Kulturkreis nicht zubilligt.

Seit einigen Jahren kann man allerdings langsam ein Umdenken beobachten. So ist es die so genannte Generation Y (geboren in den 80er und 90er Jahren), welche das Prinzip des mechanistischen Weltbildes und den großen Leistungsdruck hinterfragt. Man möchte nicht mehr Teil eines Hamsterrades sein, der gelebt wird, anstatt selber zu leben. Für diese Generation spielen der Sinn des Lebens, die Lebensqualität und der Spaß eine deutlich größere Rolle als in den vorherigen Generationen.

Prof. Dr. Kathrin Köster lehrt und forscht an der Hochschule Heilbronn in den Bereichen Internationales Management, Unternehmensführung und Organisation. Durch ihre Studien- und Arbeitsaufenthalte in Ostasien wurde sie mit dem rasantem Wandel im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung konfrontiert, was sie zu einem grundsätzlichen Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit und zu neuen Ansätzen des Wirtschaftens (in diesem Sinne Innovation) brachte.

In ihrer Lehre appelliert sie daher an ein Umdenken in mehreren Richtungen. Zum einen muß eine „Entprogrammierung“ konditionierter Standards erfolgen. Als Individuum sollte man sein mechanistisches Weltbild hinterfragen, gefolgt von positivem Denken und Handeln. Diese transformative Entwicklung öffnet Potentiale, entfaltet Kreativität und befähigt dazu, in innerer Ausgeglichenheit und Offenheit mutig Ideen zu verwirklichen. Organisationen und Firmen, welche sich dieser Entwicklung öffnen und der Generation Y die gewünschten Freiräume einräumen, werden dagegen zu Innovation und Fortschritt beitragen können und gleichzeitig auf zufriedene Mitarbeiter verweisen können.

Prof. Dr. Kathrin Köster coacht und berät Unternehmen in diesem Transformationsprozeß, wenn diese sich bereit für Veränderungen sind und neue Wege beschreiten möchten.

Publikation:
Kathrin Köster, International Project Management (engl.)

Webseite:
http://www.koesterpartner.de

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