Die Geschichte von Bayer und IG Farben

Gepostet am Aktualisiert am

150 Jahre BAYER: „Konzerngeschichte nicht weißwaschen!“
Geschrieben von Maria Lourdes – 18/07/2013
Rund 1.100 Gäste nahmen an der Feier (16. Juli) zum 150. Geburtstag des BAYER-Konzerns in der Kölner Messe teil. Zu den Gratulanten gehörten Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) forderte die Kanzlerin in einem Schreiben auf, in ihrer Laudatio das lange Sündenregister des Unternehmens nicht auszuklammern.
CBG Coordination gegen BAYER-Gefahren/Coalition against BAYER-Dangers.
Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG:
„In den zahlreichen Publikationen zum BAYER-Jubiläum kommen Themen wie Umweltverseuchung, chemische Kampfstoffe, Pestizidvergiftungen oder die Rolle des Unternehmens im Nationalsozialismus nicht vor. Bundeskanzlerin Merkel darf bei dieser Weißwaschung nicht mitmachen!“.
Quelle:  cbgnetwork.org – Artikel in Tlaxcala veröffentlicht – Mein Dank an Peter sagt Maria Lourdes!
BAYER war als Teil der IG FARBEN an den grässlichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte beteiligt: die IG FARBEN lieferten -das ist offenkundig- Zyklon B für die Gaskammern, beteiligten sich an grausamen Menschenversuchen und ließen sich in Auschwitz eine riesige Fabrik von Sklavenarbeitern bauen.
Im konzerneigenen Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz kamen zehntausende Zwangsarbeiter ums Leben. Trotz dieser Verbrechen hat BAYER nie eine unabhängige Untersuchung der Firmen-Historie veranlasst.
Einige weitere Hintergründe zur BAYER-Geschichte:
Zeitgleich mit dem Schmerzmittel ASPIRIN brachte der Konzern HEROIN auf den Markt, u.a. als Hustenmittel für Kinder.
Schon kurz nach der Markteinführung wiesen Ärzte auf das Suchtpotential hin. Trotzdem führte BAYER fünfzehn Jahre lang eine globale Werbekampagne für das neue Präparat durch. Während an den Siegeszug von ASPIRIN mit Ausstellungen und Forschungspreisen erinnert wird, wird das Stiefkind HEROIN heute verleugnet.
Der langjährige BAYER-Generaldirektor Carl Duisberg beteiligte sich im 1. Weltkrieg persönlich an der Entwicklung von Giftgas und setzte den völkerrechtswidrigen Einsatz an der Front durch. Duisberg war mitverantwortlich für die Deportation zehntausender belgischer Zwangsarbeiter und forderte die Annexion von Belgien, Nordfrankreich sowie von (so wörtlich) „deutschem Lebensraum“ in Polen und Russland.
Die IG FARBEN, der Zusammenschluss der deutschen Chemie-Industrie, waren eng in den Eroberungskrieg des Dritten Reichs eingebunden. Der Konzern folgte der Wehrmacht in die eroberten Länder Europas und übernahm meist innerhalb weniger Wochen die dortige Chemie-Industrie, Kohlegruben und die Ölförderung.
In den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen beschäftigte sich ein eigenes Verfahren mit den IG Farben. Hierin wurde z.B. festgestellt:
„Unstreitig sind verbrecherische Experimente von SS-Ärzten an Konzentrationslager-Häftlingen vorgenommen worden. Diese Experimente sind zu dem ausdrücklichen Zweck erfolgt, die Erzeugnisse der IG Farben zu erproben.“
Die in Nürnberg verurteilten Manager konnten nach Verbüßung ihrer Haftstrafe ihre Karriere ungehindert fortsetzen.
So wurde Fritz ter Meer Aufsichtsrats-Vorsitzender von BAYER. Gegenüber den Zwangsarbeitern in Auschwitz äußerte er wenig Mitgefühl; ihnen sei „kein besonderes Leid zugefügt worden, da man sie ohnedies getötet hätte“. BAYER benannte eine Studien-Stiftung in „Fritz-ter-Meer-Stiftung“.
In den Laboren von BAYER wurde auch im Dritten Reich an chemischen Kampfgasen geforscht. Der Erfinder von SARIN und TABUN, Dr. Gerhard Schrader, leitete nach dem Krieg die Pestizidabteilung von BAYER. Etwa die Hälfte aller Bluter weltweit wurde in den 80er Jahren mit HIV infiziert, ein Großteil durch Produkte von BAYER. Jahrelang setzte der Konzern die existierenden Inaktivierungsverfahren aus Kostengründen nicht ein.
Noch nach dem Verbot unbehandelter Blutprodukte in den USA und Europa wurden übriggebliebene Chargen nach Lateinamerika und Asien exportiert. Tausende Bluter bezahlten dies mit ihrem Leben.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Zahl der jährlichen Pestizidvergiftungen auf bis zu 20 Millionen. Rund 200.000 Fälle verlaufen tödlich, dazu kommt eine hohe Dunkelziffer. Für einen großen Teil der Vergiftungen ist BAYER verantwortlich; die Firma ist mit einem Weltmarktanteil von rund 20% der zweitgrößte Pestizidhersteller der Welt. Obwohl das Unternehmen einräumt, dass „der sachgerechte Umgang mit Pflanzenschutzmitteln unter bestimmten Bedingungen in einigen Ländern der Dritten Welt nicht immer gewährleistet ist“, verkauft BAYER weiterhin hochgiftige Wirkstoffe, vor allem in Entwicklungsländern.
„Die 150-jährige Unternehmensgeschichte von BAYER wurde von Beginn an von Protesten begleitet. Bereits im 19. Jahrhundert gab es massiven Widerstand von Anwohnern und Belegschaft gegen die anhaltende Luft- und Wasserverschmutzung. In vielen Fällen konnte hierdurch ein besserer Arbeits- und Umweltschutz erkämpft werden. Der Widerstand gegen die zumeist rücksichtslose Konzernpolitik gehört untrennbar zur Geschichte von BAYER“, so Jan Pehrke vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren.
Die CBG führt das ganze Jahr über eine Kampagne zu den Schattenseiten der Konzern-Historie. Zeitungsartikel, Karikaturen und Berichte von Protestaktionen finden sich auf unserer Kampagnenseite.
CBG Coordination gegen BAYER-Gefahren/Coalition against BAYER-Dangers
Die IG Farben und die Nazis – Einer der größten Skandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte in unbekannten Dokumenten: Schon vor 1933 unterstützte die IG Farben den Wahlkampf der NSDAP und überwies nach dem Reichstagsbrand noch einmal 400000 Mark. Die Investition machte sich bezahlt: Die IG wuchs durch “Arisierung” jüdischer Betriebe und produzierte u.a. das berüchtigte Zyklon B. hier weiter
Die Verknüpfung der IG Farben AG mit dem Nationalsozialismus – Die Geschichte der I.G. Farben wird zunächst so kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig zusammengefasst. Anschließend werden die für die Zusammenarbeit mit der national- sozialistischen Regierung entscheidenden Erzeugnisse der I.G. synthetisches Mineralöl und Buna, künstlicher Kautschuk näher betrachtet; eingeschoben ist eine kurze Abhandlung der politischen Aktivitäten der I.G. vor 1933 mit Konzentration auf die Spendenpolitik. Ausführlich wird auf die Anfänge der Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus eingegangen, der Bogen spannt sich über erste Kontakte mit Hitler, Unterstützungen der NSDAP in ihrer Anfangsphase seitens der I.G. Farben durch großzügige Spenden und die erste schriftliche Fixierung der Zusammenarbeit, dem Benzin-Vertrag. hier weiter
Weltkonzern und Kriegskartell – Wie die deutsche Chemieindustrie zur Weltmacht wurde und Europa den Krieg brachte. Es kommt die Verflechtung von deutscher Wirtschaft und Politik im 20. Jahrhundert zur Sprache. Es wird an Flick, Krupp oder Siemens und die Rolle dieser Unternehmer und Firmen im Nationalsozialismus erinnert. …
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