Fracking kann Seen und Flüsse stark belasten

Gepostet am Aktualisiert am

http://pravdatvcom.wordpress.com/2013/03/14/fracking-kann-seen-und-flusse-stark-belasten/
Veröffentlicht am 14. März 2013 by aikos2309

fracking-deutschland

Warum Fracking so umstritten ist, unterstreichen neue Messergebnisse in den USA: Dort gelangen Schadstoffe sogar ins Oberflächenwasser. Chlorid und Schwebstoffe haben Folgen für die Umwelt.

Fracking kann gesundheitsschädliche Stoffe in Flüsse und Seen schwemmen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Sheila Olmstead von der Forscherorganisation “Resources for the Future” in Washington.

Fracking ist eine relativ neue Methode zur Gewinnung von Erdgas aus Gestein. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um dort Risse zu erzeugen, damit das Gas austreten kann.

Die Wissenschaftler untersuchten das Wasser hinter Kläranlagen, in denen Abwässer solcher Bohranlagen gereinigt werden, und das Oberflächenwasser in der Nähe von Bohrplätzen.

Flussabwärts dieser Anlagen sei die Chloridkonzentration im Wasser immer noch erhöht, nicht aber die von Schwebstoffen, schreiben sie in den “Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften (“Pnas”).

Die Konzentration von Schwebstoffen steigt hingegen den Forschern zufolge insgesamt, wenn die Zahl der Bohrplätze in einem Wassergebiet zunimmt – 18 zusätzliche Bohrplätze steigern die Konzentration um fünf Prozent. Hierfür machen sie Niederschlagswasser verantwortlich, das vom Bohrplatz ins Oberflächenwasser fließt.

Chlorid und Schwebstoffe schädigen Umwelt

Sowohl Chlorid, als auch die Schwebstoffe haben negative Folgen für die Umwelt, so die US-Wissenschaftler. Erhöhte Chloridkonzentrationen schädigten direkt das Wasserökosystem.

Gleichzeitig sei die Befreiung des Wassers von den Salzen ein teurer und aufwendiger Prozess. Schwebstoffe belasten das Wasser zusätzlich. Bisher wurden vor allem Auswirkungen des Frackings auf das Grundwasser befürchtet. Die Forscher warnen nun vor Folgen für das Oberflächenwasser und fordern weitere Untersuchungen.

In Deutschland sieht es nach Expertenmeinung besser aus. “Die Risiken für das Grundwasser sind im Vergleich zu den Gefahren für das Oberflächenwasser die größeren”, sagte Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt.

Ergebnisse (nicht) auf Deutschland übertragbar

Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachgebiet “Wasser und Boden” erklärte: “Die Studie ist interessant, aber nur das Wenigste ist auf Deutschland übertragbar. Denn nach deutschem Recht müssen Bohrplätze vollständig versiegelt sein.”

Das gesamte Wasser am Bohrplatz, auch Niederschlag, müsse deshalb aufgefangen und ordnungsgemäß entsorgt werden. Bei hochbelastetem Wasser sei sogar noch eine Vorbehandlung nötig, bevor es in die Kläranlage dürfe.

“In der Abwasserverordnung gibt es da sehr strenge Vorschriften.” Nach Einschätzung von Experten sei es derzeit nicht möglich, das Abwasser aus den Bohrungen ohne vorherige Behandlung in kommunale Kläranlagen einzuleiten, dafür sei die Belastung des Wassers zu hoch. Erst müssten geeignete Verfahren für die Vorbehandlung entwickelt werden.

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind dennoch die ersten Fracking-Gene-hmigungen erteilt worden. Das Bergamt Niedersachsen beispielsweise genehmigte dem Energiegiganten Exxon bereits im Jahre 2008 erste Bohrungen nach Schiefergas. Da das Bergrecht die Information der Öffentlichkeit nicht vorsieht, wusste kaum jemand Be-scheid. So erfuhren Wasserbehörden, Wasserwerke und Bürgervertreter erst aus der Presse, dass im Einzugsbereich der Wasserschutzzone per Fracking nach Gas gesucht wird.

Fracking – Ohne Chemikalien geht’s nicht

Die sogenannte Frac-Flüssigkeit (oder Fracking-Flüssigkeit) besteht zu 98 Prozent aus bis zu 20.000 Litern Wasser (pro Fracking-Vorgang), etwas Quarzsand und 0,2 Prozent Chemikalien. Letztere werden benötigt, um die Pumpwege freizuhalten. Ein gewisser Teil der Frac-Flüssigkeit bleibt immer im Boden zurück. Die mengenmäßige Zusammen-setzung der Bohrflüssigkeit ist bis dato ein Geheimnis der Öl- und Gasindustrie. Die Konzerne argumentieren laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Veröffentlichung der Inhaltsstoffe den Wettbewerb beeinträchtigen würde. Ein viel triftigerer Grund für die Geheimniskrämerei dürfte hingegen die öffentliche Skepsis gegenüber den betreffenden Chemikalien sein.

Tonnenweise Chemikalien bei jedem einzelnen Fracking-Vorgang

In Deutschland wurde in der Sendung Monitor eine Liste mit den beim Fracking eingesetzten teilweise hochtoxischen Chemikalien veröffentlicht. Die Frac-Flüssigkeit enthält demnach krebserregende, hormonverändernde und stark wassergefährdende Toxine, nämlich: Tetramethylammoniumchlorid, Petroleumdestillate, Octylphenol und Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone.

Tetramethylammoniumchlorid ist laut dem entsprechenden Sicherheitsdatenblatt in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft, gilt als schwach wassergefährdend, soll jedoch nicht ins Grundwasser, in Gewässer oder in die Kanalisation gelangen, auch nicht in kleinen Mengen. Dennoch kommen pro Fracking-Vorgang 19.000 Tonnen Tetra-methylammoniumchlorid zum Einsatz.

Octylphenol ist ein toxischer, persistenter Stoff, der als Phenolharz zur Herstellung von Reifengummi, Druckfarben etc. verwendet wird und in der sogenannten Wasserrahmen-richtlinie als prioritär eingestuft wird. Das bedeutet, Octylphenol ist wassertoxisch und gehört in die Wassergefährdungsklasse 2. Derzeit macht man sich Gedanken über eine mögliche Umweltverschmutzung mit Octylphenol u. a. über den Reifenabrieb und schlägt Emissionsminderungsmaßnahmen vor, um den Stoff weitgehend aus unserer Umwelt fernzuhalten. Wenn nun demnächst pro Fracking-Vorgang 9,5 Tonnen dieses Stoffes eingesetzt werden, dürften sich die Verantwortlichen vor einem mengenmäßig ganz neuen Octylphenol-Problem wieder finden.

Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone gehören der höchstmöglichen Wassergefährdungsklasse an, nämlich 3 und sind somit stark wassergefährdend. Isothiazolinone werden als Konservierungsstoffe in Reinigungsmitteln, Klebstoffen, Farben etc. eingesetzt, da sie Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) töten. Beim Menschen führen sie häufig zu einer Kontaktallergie, weshalb sie inzwischen kaum mehr in Körperpflegeprodukten eingesetzt werden. Pro Fracking-Vorgang gelangen 680 Kilogramm dieser hoch wassergefährdenden Stoffe in die Umwelt.

Umweltbehörden: Von Fracking keine Ahnung

Das Gefahrenpotential des Frackings ist folglich unüberblickbar. Dazu kommt, dass sich in Deutschland bislang weder das Umweltbundesamt noch ein Umweltministerium mit den Fracking-Risiken beschäftigt hat. Was sich aus der Kombination Wirtschafts-interessen und Unwissenheit der Bevölkerung für Mensch und Umwelt entwickeln kann, zeigen uns die USA. Dort ist Fracking seit 10 Jahren Alltag.

Quellen: WeltOnline/www.zentrum-der-gesundheit.de vom 13.03.2013

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