Albtraum im Märchenland – Moderne Arbeitssklavinnen in Dubai

Gepostet am Aktualisiert am

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Geschrieben von Maria Lourdes – 09/01/2013
Kürzliche legale Schritte, die von den Regierungen Äthiopiens, Indonesiens und der Philippinen unternommen wurden, um ihre Bürger zu schützen, führen uns diese erschütternde Tatsache vor Augen: der arabische Sklavenhandel besteht nach wie vor und läuft glänzend.

Original: Von Finian Cunningham – Arab Slave Traders Supporting Democracy in Syria? Erschienen bei informationclearinghouse, übersetzt von einarschlereth. Video-Bericht am Ende des Artikels!

Arabische Sklavenhändler unterstützen Demokratie in Syrien?

Menschenrechtsgruppen schätzen, dass es bis zu 15 Mill. Gastarbeiter in den Golfländern Bahrein, Kuweit, Oman, Katar, Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) gibt. Mit minimalen Löhnen bezahlt, überleben sie in schmutzigen, überbelegten Hütten und stellen das Rückgrat an Arbeitskräften für die arabischen Öl-Ökonomien dar.

Während sich die Gas- und Ölscheichtümer von Katar und der UAE glänzender Wolkenkratzer und einigen der höchsten pro-Kopf-Einkommen der Welt rühmen, ist das schmutzige Geheimnis ihres scheinbaren Erfolges die massive Verelendung und Erniedrigung von Millionen menschlicher Wesen aus Asien und Afrika.

Doch wollen uns die westlichen Mainstreammedien glauben machen, dass eben diese arabischen Monarchien in der ersten Reihe bei der Unterstützung der westlichen Regierungen bei ihrer Forderung nach demokratischen und Menschenrechtsreformen in Syrien und anderswo im Nahen Osten stehen. Die kürzlichen Neujahrs-Feierlichkeiten rundum in der Welt zeigten auch ein spektakuläres Feuerwerk auf dem höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai.

Als der futuristische Wolkenkratzer im vergangenen Mai offiziell eingeweiht wurde, wurde die Feier getrübt, weil ein indischer Arbeiter vom Turm in den Tod sprang. Aber darüber wurde kaum etwas berichtet. Aber er stellt nur einen von hunderten derartigen Selbstmorden dar, die ständig von ausländischen Arbeitern überall in den Golf-Emiraten und Scheichtümern begangen werden. Viele andere Todesfälle werden durch bewusste Nachlässigkeit und Brutalität seitens der despotischen Arbeitgeber verursacht.

Im vergangenen Jahr wurde von den saudischen Behörden ein indonesisches Hausmädchen geköpft, weil sie ihre „Madam“ getötet hatte. Das Dienstmädchen erklärte, dass sie jahrelang von ihrem Arbeitgeber misshandelt worden war.

Wenn verzweifelte Arbeiter es nicht mehr aushalten, kommt es dazu, dass sie ihre Quälgeister mit dem Hackmesser angreifen. In einem anderen verschwiegenen Fall wurde ein äthiopisches „Hausmädchen“ von ihrem „Förderer“ in den UAE zu Tode gefoltert.

Dies ist nur ein winziger Einblick in das routinemäßige Elend, dem Gastarbeiter in arabischen Staaten ausgesetzt sind. Zahlen sind schwer zu verifizieren, aber es wird geschätzt, dass Tausende ausländische Arbeiter in Gefängnissen verrotten, die von ihren Arbeitgebern irgendwelcher Verbrechen und Fehltritte bezichtigt werden.

Fehlverhalten kann bedeuten, dass sich Arbeiter über harte Bedingungen oder nicht bezahlte Löhne beklagen oder das Verschwinden vom Arbeitsplatz. Die letzteren werden als „runaways“ (Wegggelaufene) bezeichnet und es ist nicht unüblich, Plakate an öffentlichen Plätzen zu sehen, die Finderlohn versprechen, wenn die Verschwundenen eingefangen werden. Dies ist Sklaverei in jeder Hinsicht, außer dem Namen nach.

Die unglücklichen Menschen kommen massenweise aus Indien, Pakistan, den Philippinen, Äthiopien und Sudan und arbeiten als Hausgehilfen und Kellnerinnen und auf dem Bau. All die glänzenden Spiegelfassaden, die Luxus-Ferien für reiche westliche und arabische Leute anbieten, sind von Arbeitern gebaut worden, die nur 150 $ im Monat verdienen. Viele dieser Schwerarbeiter sterben an schrecklichen Industrie-Unfällen oder Hitze-Erschöpfung wegen der minimalen Sicherheits-Standards. Am Ende ihres 12-Std.-Tages werden sie auf Lastwagen verladen und in ihre armseligen Behausungen zurückgebracht.

Ein globales Netzwerk von Rekrutierungsagenten und Anstellungsvermittlern sind miteinander verschworen, um diese Arbeiter in diese barbarischen Arbeitsbedingungen zu vermitteln, was nichts anderes ist als Schuld-Sklaverei. Die Arbeiter werden meistens verführt mit Versprechungen von anständigen Löhnen und Bedingungen und enden in einem höllischen Leben der Unterdrückung, Krankheit und Armut und sind der Gnade skrupelloser „Arbeitgeber“ ausgeliefert oder – korrekter ausgedrückt – der „Sklavenhalter“.

Viele der Gastarbeiter finden sich plötzlich als unfreiwillige Opfer in einer wuchernden Sex-Industrie. Verglichen mit der drückenden Armut auf dem indischen Subkontinent oder Ostafrika können viele Frauen durch das Versprechen von Arbeit als Kellnerin in einem glitzernden Hotel in Katar oder Dubai verführt werden, um dann herauszufinden, dass sie von Anfang an für reiche Araber und westliche Kunden vorgesehen waren.

Verschiedene Euphemismen sind im Schwange – „Gastarbeiter“, „Auslandsarbeiter“, „Migranten-Arbeiter“, „Fremdländische“.

Diese Euphemismen werden wie die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Sponsor“ benutzt, um die Tatsache zu verheimlichen, dass das Arbeitssystem, von dem die Ökonomien der arabischen Golfstaaten abhängen, eine Form moderner Sklaverei ist. Die Arbeiter haben keinerlei Rechte und werden oft sogar der mageren Löhne, die ihnen zustehen, beraubt. Wenn sie ankommen, werden ihre Pässe konfisziert. Sie können sich nirgendwohin um Hilfe wenden und sind nichts anderes als menschliches Vieh. Allzu oft ist ihr einziger Ausweg aus dem entsetzlichen Elend, sich ihr Leben zu nehmen.

Historisch existierte der arabische Sklavenhandel vom 7. bis zum 19. Jh. als einer der größten und ältesten. Er geht dem europäischen Sklavenhandel um mindestens 700 Jahre voraus. Während man schätzt, dass letzterer 11 bis 15 Mill. Afrikaner versklavt [diese Zahl ist um mindestens die Hälfte zu tief gegriffen. D. Ü.] hat, vor allem von der Westküste des Kontinents, haben die arabischen Händler weit mehr Millionen aus Ostafrika in die Sklaverei geführt.

Sie durchstreiften die afrikanische Ostküste mit Sansibar als Zentrum und griffen sich Frauen und junge Mädchen von dort, was heute Mosambik, Kenya, Äthiopien, Eritrea, Somalia und Sudan ist, und verkauften sie als Diener und Sexsklaven an den persischen Golf.

Der alte arabische Sklavenhandel endete offiziell im 19. Jh. Und 1948 hat die Universale Erklärung der Menschenrechte alle Formen der Sklaverei verboten. Doch was wir heute aus den systematisch miserablen Bedingungen der Gastarbeiter in den Ökonomien der Golfstaaten sehen können, ist einfach, dass der arabische Sklavenhandel nach wie vor besteht und gedeiht und Millionen Personen betrifft.

In diesen feudalistischen Monarchien, denen Washington und London als „strategische Alliierte“ schmeicheln, ist die Sklaverei für die Ökonomien so wichtig, dass die ausländischen Arbeitskräfte die nationalen Bevölkerungen übertreffen. In Bahrein und den UAE betragen sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung. In Katar sind drei Viertel der Bevölkerung Gastarbeiter.

Dies stellt einen tiefen und problematischen Widerspruch für die Herrscher dar. Während der Reichtum dieser Despoten zweifellos durch die Super-Ausbeutung der Ausländer für die Dreckarbeit zunahm, leiden ihre eigenen Bevölkerungen am Geschwür der Arbeitslosigkeit. In Saudiarabien zum Beispiel beträgt die Arbeitslosigkeit unter jungen Saudis zwischen 30 und 50 %, aber das Königreich hat eine Armee von neun Millionen ausländischen Arbeitern eingestellt. Diese riesige Diskrepanz ist ein großer Kummer für die Saudis, was zu Monarchie-feindlichen Protesten seit zwei Jahren führte. Arbeitslosigkeit und Armut ist natürlich auch eine Triebkraft für die Unzufriedenheit der Bevölkerung in Bahrein gegen das Khalifa-Regime, das sich seit Jahrzehnten auf den Import billiger Arbeitskräfte stützte, um ihre Nepotismus-Ökonomie zu stützen.

Ein weiterer eklatanter Widerspruch ist die Behauptung eben dieser Golfmonarchien, dass sie eine demokratische Erhebung in Syrien unterstützen, wie in Libyen im vergangenen Jahr.

Da habt ihr es also. Moderne arabische Sklavenhändler treten für Menschenrechte in anderen arabischen Ländern ein. Das ist zu absurd, um es in Worte zu fassen.

Ein Gedanke zu „Albtraum im Märchenland – Moderne Arbeitssklavinnen in Dubai

    sylvia sagte:
    Juli 26, 2013 um 5:27 pm

    Ich habe den Artikel gelesen und muss dazu sagen, leider ist es wahr, ich flog ca. 12 Jahre jedes Jahr mehrmals nach Dubai, aber das was es für den Touristen zeigt – diesen Glanz, diese Märchenwelt, ist leider nur Fassade, hinter dieser Fassade, wenn man es näher betrachtet, ist es schrecklich.
    Ich kenne mehrere Leute in Dubai und telefoniere jeden Tag – und ich erfahre immer mehr und mehr Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen, die sich nicht wagen, irgendetwas zu sagen, die daran zerbrechen, wie ihre Männer mit Ihren Gefühlen umgehen.
    Der Mann hat ja das Recht mehrere Frauen zu haben, sie werden benützt, zahlen obwohl das im Islam ja dem Mann vorbehalten ist, danach werden sie wie Dreck behandelt.
    Der Mann geht, nimmt sich die nächste Frau, Angebote gibt es ja zur genüge, 10000 fach, etc.

    Und was bleibt, sind zerrüttete Familien mit Kindern, die sich nichts sagen trauen, aus Schamgefühl dem Nachbarn gegenüber und im Stillen mit den Kindern leiden und warten, bis der Mann vielleicht sich herablässt und „irgendetwas“ bezahlt für den täglichen Bedarf an Essen und
    und und.
    Wenn diese Frauen glück haben, kommt der Mann nach 3-4 Monaten nachdem er sich bei einer anderen Frau abreagiert hat zurück und ist bereit wieder ein „biszchen“ zum Alltag beizutragen,
    wenn Sie Pech haben, so wie es in meinem Freundeskreis ist – so ist der Mann schon seit 2 Jahren weg und verspricht am Telefon, ja, ja, ich komm eh bald, – nichts dergleichen, faule
    Ausreden, Lügen, alles im Namen vom Islam.
    Islam – Geduld, geduldig warten und auf Allah vertrauen.
    Ich frage mich, wozu manche arabische Männer heiraten, wenn die Frau zu Hause wie ein Stück Dreck behandelt wird, sie darf kochen, für Sex zur Verfügung stehen, und wenn es dem lieben
    arabischen Mann zu fad wird – dann holt er sich die nächste Frau.
    Und so geht dieses Spiel ständig weiter, von Frau zu Frau, egal wie alt, egal wieviele Frauen darunter leiden, das sieht und schreibt keiner.
    Das hört man offiziell nicht, nein, das ist ja nicht erlaubt, die Frau wenn Sie versucht an sein Handy zu kommen, und nachzusehen, entdeckt dann ca. 30 Namen von Frauen oder SMS die
    ihrem Mann Nachrichten zukommen lassen.
    Wissen Sie wie sich meine Freundin fühlt, die ist am Boden zerstört und kann vom Gesetz aus nichts unternehmen, ihr Mann ist untergetaucht, schläft irgendwo bei seiner neuen Frau, sagt er ist im Hotel, was natürlich nicht stimmt und sie kann nur geduldig warten was weiter geschieht.
    Diese Frauen sind oft am Ende und wenn dann so eine Frau in die Prostitution kommt, aus
    Versorgungsnöten – Essen für sich und ihre Kinder – wird sie vom Mann verstoßen, geschlagen und wenn sie Glück hat, nicht umgebracht.

    Das ist alles nicht zu sehen und zu hören in Dubai, von dem spricht keiner, das ist verpönnt im
    arabischen Land.
    Leider wissen das zuwenig Europäer, die noch immer die Paläste bewundern und gerne hinunterfliegen, oh ja, das habe ich auch am Anfang getan, jedoch als ich die Kultur und Menschen näher betrachtete, und den Glanz nicht mehr sah, fiel es mir wie Schuppen von den
    Augen, welche Wirklichkeit sich hier abspielt, hinter dem Glanz, hinter den Kulissen.

    Und ich frage mich ob Dubai noch im Mittelalter stehengeblieben ist, was Menschlichkeit
    und Sitte etc. anbelangt.
    Die Stadt, die alles größer, schöner und besser haben möchte und mit allen Bauten die andere Welt übertrumpfen will, die Stadt sollte sich lieber um die „arabischen Nachbarländer“ kümmern, wo Krieg herrscht, wo die „eigenen Brüder und Schwestern“ sterben und elendig
    zugrunde gehen, abgesehen von Foltermaßnahmen an Kindern etc. etc.
    Nicht luxuriöse Bauten ein Bau nach dem anderen hinstellen, damit die ganze Welt sieht, ha, wie mächtig und groß wir doch sind, und ist das Islam.
    Seinen Nachbarn hungern zu lassen und selbst in Saus und Braus zu leben ??
    Das steht so nicht im Koran !!

    Jeder der nach Dubai fliegt, sollte sich bewußt sein, was auf ihn zukommen kann, wenn es Probleme gibt, wie schnell man im Gefängnis landet, ohne wirklich etwas Schreckliches
    getan zu haben.
    Vorsicht ist immer besser.
    Ich habe mir schon lange überlegt, nicht mehr nach Dubai zu fliegen, das was ich jetzt alles gehört habe – über den österreichischen Arzt z.B. der verurteilt wurde und ihm die Todesstrafe droht, weil ein Patient gestorben ist, dann die Norwegerin die sich vertrauensvoll an die Polizei wandte, nein danke, das reicht.
    Dies ist mein Beitrag – meine Erfahrungen die ich gerne wiedergebe.
    Dubai hat für mich den Glanz verloren.

    Leider

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