Erwin Pelzig über Goldman Sachs und Angela Merkel

Gepostet am Aktualisiert am

http://www.youtube.com/watch?v=1h1GaoAd8Hs&feature=plcp

Buenos Aires Tag4

Donnerstag, 15. November 2012 , von Freeman um 18:00

Ein grosses Thema in Argentinien ist das Mediengesetz, welches die Konzentration und das Monopol der Medien aufbrechen will. Es wurde 2009 vom Parlament verabschiedet und schränkt die Anzahl der landesweiten Sendelizenzen auf maximal 24 ein. Der grösste Medienkonzern in Argentinien, Grupo Clarín SA, hat 237 und der nächst grössere Uno Medios 49 Lizenzen. Klar, dass die Clarín Medienmacht die Kirchner-Regierung deswegen bekämpft und auch hinter der Demonstration von 8. November steckt.

Drei Mal dürft ihr raten, wer der grösste Aktionär von Clarín ist. Der übliche Verdächtige, Goldman Sachs natürlich. Siehe dazu Pelzigs Darstellung der Vampirkrake, die überall ihre Tentakeln drin hat.

Die Aufsichtsbehörde über die Medien hat verkündet, sie wird alle Sendelizenzen, Kabel-TV und Internet-Netzwerke versteigern, wenn die Medienhäuser nicht bis zum 7. Dezember einen Plan vorlegen, der den Verkauf der über dem Limit gehenden Lizenzen und damit verbundenen technischer Infrastruktur aufzeigt.
Die Gegner sagen, das Mediengesetz würde das Eigentumsrecht und das Recht auf freie Meinungsäusserung laut Verfassung verletzen. Das ist natürlich Quatsch, denn ein Zerbrechen von Monopolen ist in den westlichen Industriestaaten ganz normal. So etwas nennt man in Europa Kartellgesetz oder in Amerika Anti-Trust-Law. Die Firmen werden nicht enteignet, sondern der Erlös aus der Versteigerung erhalten sie ja.
Die freie Meinungsäusserung wird eher gestärkt, da ein Aufbrechen des Monopols und die Verteilung auf viele Stimmen eher die Meinungsfreiheit bzw. die Meinungsvielfalt verbessert. Medienbeobachter befürworten das Gesetz, da es auch kleineren Medienhäusern und sogar lokalen Gemeinschaften eine Meinungsäusserung ermöglicht. Dazu kommt noch, laut Gesetz müssen mehr argentinische Programminhalte gesendet werden. Die Gegner sagen, es handle sich nur um eine Zerschlagung von Clarín als grösster Regierungskritiker.

Jedenfalls ist es wieder typisch, hinter der grössten Mediengruppe, mit der auflagenstärksten Zeitung Lateinamerikas, TV- und Radiosendern, Kabel- und Internet-Netz, steckt die Krake Goldman Sachs und kann so die öffentliche Meinung in Argentinien steuern. Mal sehen wer stärker wegen der Aufteilung der Medienlandschaft ist, die Regierungsmacht oder die Medien- und Finanzmacht.

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Buenos Aires Tag4 http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2012/11/buenos-aires-tag4.html#ixzz2CP1A0zJ3

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