osho über Angst vor Engagement

Gepostet am Aktualisiert am

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Die Angst vor Engagement
 
       
 
Nur durch Entscheidungen wirst du mehr und mehr bewusst, nur durch Entscheidungen kannst du dich immer mehr kristallisieren, nur durch Entscheidungen bekommst du Schärfe. Ansonsten wirst du lasch.Die Leute gehen von einem Guru zum anderen, von einem Meister zum anderen, von einem Tempel zum anderen – nicht weil sie so große Sucher sind, sondern weil sie unfähig sind, sich zu entscheiden. Deshalb gehen sie von einem zum andern. Das ist ihre Art, Engagement zu vermeiden.

Das gleiche geschieht in Beziehungen: Ein Mann geht von einer Frau zur anderen, wechselt ständig. Die Leute denken, er ist ein großer Liebender; er ist überhaupt kein Liebender. Er geht der Liebe aus dem Weg; er versucht, tiefes Verbundensein zu vermeiden, denn bei tiefem Verbundensein ist man mit Problemen konfrontiert und man muss durch viel Schmerz hindurchgehen. Deshalb hält man sich einfach bedeckt, und geht mit niemandem eine wirklich tiefe Beziehung ein. Ginge man in die Tiefe, käme man vielleicht nicht so leicht wieder zurück. Und wenn du in jemandes Tiefe eindringst, wird der andere auch in deine Tiefe eindringen; es ist immer proportional. Wenn ich tief in dich eintrete, ist das nur möglich, wenn ich dich auch tief in mich hineinlasse. Es ist ein Geben und Nehmen, es ist ein miteinander Teilen. Dann ist man vielleicht zu sehr verfangen und es wird schwierig sein zu entkommen, und vielleicht tut es zu weh. Deshalb gehen die Leute auf Nummer sicher: Nur die Oberflächen sollen sich begegnen: hit-and-run Liebesaffairen. Ehe du festsitzt, lauf weg.

So geschieht es in der modernen Welt. Die Leute sind so unreif, so kindisch geworden; sie verlieren alle Reife.

Reife entsteht nur, wenn du bereit bist, dem Schmerz deines Seins ins Auge zu blicken; Reife kommt nur, wenn du bereit bist, die Herausforderung anzunehmen. Und es gibt keine größere Herausforderung als Liebe.

Mit einem anderen Menschen glücklich zu leben ist die größte Herausforderung auf der Welt. Es ist sehr einfach, friedlich alleine zu leben; es ist sehr schwierig, mit jemand anderen friedlich zusammen zu leben, weil zwei Welten auf einander stoßen, zwei Welten treffen sich. Warum ziehen sie sich an? Weil sie so vollkommen verschieden sind, fast entgegen gesetzte Polaritäten.

Es ist sehr schwer, friedlich in einer Beziehung zu leben, aber das ist die Herausforderung. Wenn du davor wegläufst, läufst du vor der Reife weg. Wenn du hineingehst mit all den Schmerzen, und immer weiter hineingehst, dann wird der Schmerz nach und nach zu einem Segen, der Fluch wird zu einem Segen.

Nach und nach kommt es durch den Konflikt, die Spannungen zu einer Kristallisation. Durch die Auseinandersetzung wirst du bewusster, achtsamer.

Der andere wird zu einem Spiegel für dich. Du kannst deine Hässlichkeit im anderen erkennen. Der andere provoziert deine Unbewusstheit, bring sie an die Oberfläche.

Du wirst alle die verborgenen Teile deines Wesens kennenlernen und am leichtesten ist es, sie in einer Beziehung gespiegelt, reflektiert zu bekommen.

Ich nenne es leichter, weil es keine andere Möglichkeit gibt, aber es ist mühsam, hart, weil du dich dabei verändern musst.

Wenn du zu einem Meister kommst, steht dir eine noch größere Herausforderung bevor: Du musst dich entscheiden, und die Entscheidung ist für das Unbekannte. Und die Entscheidung muss total und absolut sein, unwiderruflich. Es ist kein Kinderspiel; von dort gibt es kein zurück. Es entstehen so viele Konflikte. Aber wechsele nicht ständig, denn dadurch gehst du dir selbst aus dem Weg. Und du wirst weich und babyhaft bleiben. Es wird sich keine Reife einstellen.

Nur das Unbekannte sollte dich locken, weil du das noch nicht gelebt hast; dieses Gebiet hast du noch nicht betreten. Betritt es! Vielleicht passiert etwas ganz neues dort.

Entscheide dich immer für das Unbekannte, auch wenn es riskant ist, und du wirst ständig wachsen.

Doch wenn du dich für das Bekannte entscheidest, dann drehst du dich im Kreis mit deiner Vergangenheit. Du wiederholst sie ständig; du wirst zu einer alten Schallplatte.

Entscheide dich – je eher desto besser. Aufschieben ist einfach nur dumm. Morgen musst du dich auch entscheiden, warum also nicht heute? Glaubst du denn, dass du morgen weiser bist als heute? Glaubst du, dass du morgen lebendiger bist als heute, dass du morgen jünger bist als heute, frischer als heute?

Morgen wirst du älter sein, weniger mutig; morgen wirst du erfahrener sein, gerissener; morgen wird der Tod dir näher sein. Du wirst zu zögern beginnen und ängstlicher sein. Verschiebe nichts auf morgen. Und wer weiß, ob das Morgen kommt oder nicht. Wenn du dich entscheiden musst, dann entscheide dich sofort.

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